Direkt zum Inhalt

Die Argonauten

Mike Hentz (*1954 USA)

Grafiker, Fotograf, Musiker, Performance- & Medienkünstler 

Im Rückblick auf die Anfänge ließe sich vielleicht zurecht sagen: Mike´s Lebens selbst gleicht einer Odyssee. Aufgewachsen in den USA, aber als Kind und später als Schüler nie lange genug an einem Ort, um in einer mentalen Landschaft Wurzeln zu fassen, er war ein 'pre-globalized kid', wie er selber sagt. Der Vater leitend bei einem internationalen Konzern mit Fokus auf Materialforschung und Werkstofferzeugung tätig, seine Aufgabe war, Standort für Standort ein Firmennetzwerk in den strategisch wichtigsten Wirtschaftfeldern Europas aufzubauen, und für jeden Standort das bestmögliche Team. 

Also alle paar Jahre ein weiterer Umzug, von den Staaten nach Italien, wieder neue Freunde, dann nach Österreich, dann in die Schweiz, Probleme beim Lesen und Schreiben treten auf, wie bei vielen, die ähnlich aufwuchsen, Violine hat er gelernt, über Jahre hinweg, wie viele andere auch. Der Familienalltag und die Reglements setzten ihm zu, er brich aus und bahnt seinen Weg, mit früher Härte im Nehmen und Geben, ist ebenfalls ständig auf Achse in Europa, obschon er eigentlich nach Japan will. Im Kölner Karneval des Jahres 1975 läuft ein Hare Krishna hinter dem Dreigestirn hinterher. Dann wirft der seine Kleider ab, setzt einen Helm auf, salutiert, will austesten, wie die Kölnerinnen und Kölner reagieren. Er trägt eine SS-Uniform, die sorgsam in einem Gemeindekeller dieser Stadt aufbewahrt war. Genau so eine hatte man gesucht und gefunden, denn die Deutschen taten sich schwer mit ihrer Vergangenheit, und das artikuliert sich eben, wie Performer wissen, im Aufbewahren dessen, was zu Verarbeiten nicht möglich war. Also musste da was sein, mal gucken. Seine analytische Grundfrage für diese Performance, würde diese in einer Kunsthochschule diskutiert werden, könnte in etwa lauten: 'Was sind die Grenzen der Uniform im öffentlichen Raum? ...' Und für die Karnevalszeit noch direkter: ' ...wenn die Tage der Lizenz zum Rauslassen der Geister der dunklen Seite, der tabuisierten Sehnsüchte Konsenz wird?'. Die Antwort im Kölner Fall: Krawall, Festnahme, Prügel. Der Schriftsteller Heinrich Böll und die Bildhauerin Irmin Kamp werden dem jungen Punk finanziell zur Seite stehen, er kann raus, muss aber in Deutschland bleiben und sich täglich auf der Wache melden, Japan muss warten. 

Die Aktion im Karneval wird im Punk, der erst wenige Jahre später Form annimmt, ein ikonischer Charakter eingeräumt, wohl, weil viele hunderte junge Leute in der Reaktion der Städter ihre Eltern, Lehrer, Vorgesetzten wiedererkennen. Die Kraft der Kunst, Positionen zu besetzen, mit denen niemand gerechnet hat, dass es sie gibt. Und die doch, wenn ein Plan aufgeht, etwas Naheliegendes offenbaren, etwas zur Erscheinung bringen, das ein 'da' hat, doch ein 'da' ohne Anerkennung. (Eugen Bal als Performer in der Ukraine wird ähnliches berichten können, man müsste ihn fragen ..)
 

Erste Wirkungsorte der Kunst in einer Pariser Horror-Theater-Truppe, ständig in Gruppen arbeitend, Minus Delta t, die erste eigene Gruppe, hatte einen philosophischen Namen, einen mathematischen sogar: Die Gegenwart, aus der Zukunft gesehen, oder: die dritte Variante einer Fugenbewegung, die in der Verschränkung zweier Figuren als Potential erscheint. Ständig im Wettbewerb mit den angepassten Exemplaren, die aus ihrer Sicht für Kunstinstitutionen ihre Freiheit des Ausdrucks, ihre Authentizität als Künstler beschneiden ließen. Deshalb hatte ihr Teamplay immer Regeln, selbstgemachte Regeln, um den Reglements solche Institutionen auf Augenhöhe begegnen zu können. 

Erste Eindrücke sind online leicht zu finden, etwa, dass er als Performer auf die Bühne der Kunstwelt trat, das war Mitte der 70er Jahre, da war er Anfang zwanzig. Und fast zwei Jahrzehnte später mit anderen Gruppen aber alten Partnern das erste interaktive TV-Projekt auf der documenta 9 war 1978 Mitbegründer von Minus Delta t, einer der radikalsten oder später von Van Gogh TV oder dokumenta oder Kassel…etc..etc… um seinen künstlerischen Kosmos als Pionier in der Medienkunst in etwa erahnen zu können…

Die auf interdisziplinärer Netzwerk-Kunst basierende Arbeitsweise führte Mikes schon 1997 nach Kautzen, dem Todesjahr von Manfred Stein. Er war beim ersten Gedenkfest 1998 als Performer dabei und besuchte das daraus gewachsene Tree of Life Festival alle paar Jahre wieder mit einer kreativen Überraschung. 
Die Odyssee ist Mikes bisher größte Vorhaben und Involving in Kautzen, und auch für eine längere Dauer angelegt. Wir freuen uns mit Mike auf die kommende spannende Reise…

https://de.wikipedia.org/wiki/Mike_Hentz

Ira Nirsha (*1991 Ukraine)

Schauspielerin & Regisseurin und Aktivistin.

Mit ihren 30 Jahren zählt Ira Nirsha in der ukrainischen Theater- und Filmwelt schon zu den lebenden Legenden und wurde soeben mit ihrer neuesten Filmproduktion “Butterfly Vision” nach Cannes eingeladen und landet direkt  nach dem Filmfestival in Kautzen.
Im TV-Studio des Tempel der Social Media wird sie u.a. mitgebrachtes Filmmaterial von Kiew und ihren Donbass-Ausflügen in die täglichen Sendungen einbringen. Eine Liveschaltung nach Kiew zu ihrem Partner und Filmemacher Maksym Nakonechnyi ist in Planung und wird uns unmittelbar an die Front der aktuellen geopolitischen Tragik führen.
Bei den Odyssee-Prozessionen schlüpft die begabte Schauspielerin in verschiedene Rollen und Kostüme und ist eine animierende und performative Kraft für das gruppendynamische Happening rund um den Heldenbaum und dem Underground Garden.
https://bit.ly/3xUw5hL

Malwina Kajetanczyk (*1988 Polen)

Schauspielerin, Filmschaffende, Produzentin

Als ausführende Produzentin, etwa beim Theaterprojekt “Hotel Meduza” von Ira Nirsha im Maska-Theatre oder der Performance “Tableau Vivant- Żywy Obraz” von Mike Hentz (beides in Rzeszów/POL) lernte die vielseitige Schauspielerin Malwina Kajetanczyk auch bei anderen gemeinsamen Projekten die phantasievolle arbeitsweise der beiden Argonauten-Kollegen Mike & Ira kennen und schätzen.
Bei der Odyssee agiert sie einerseits als kreative Redaktionsleiterin im Radio,- und TV-Studio für die täglichen Live-Sendungen, andererseits performt sie als ermunternde Schauspielerin bei den anschließenden Prozessionen und verwunschenen Ritualen liebevoll mit.  
https://bit.ly/3tw0UpL

Alina Palahniuk (*1996 Ukraine)

Schauspielerin und Tänzerin

Als junge Schauspielerin und Tänzerin hat sie schon in einigen Arbeiten von Ira Nirsha mitgewirkt und wird bei den Prozessionen für frischen und losgelösten Wind sorgen. Als Yogalehrerin, Masseurin und Heilerin ist sie während der gesamten Odyssee für das körperliche und seelische wohlbefinden der Argonauten-Crew die erste Hand….und darüber hinaus….
https://bit.ly/3PrnI6e

Evgen Bal (*1977 Ukraine)

Performer, Schauspieler, Songwriter, Szenograf

Nach einem Studium von Ingenieurwesen und Architektur zog es den russisch aufgewachsenen Eugen in die Welt von Kunst und Theater, derzeit die Gruppe P.L.O.T. Mittlerweile ist er Autor oder Teil von über 20 Performances gewesen, spielte 40 Rollen auf Bühnen oder im Film, trug seine Lieder in mehr als 100 Konzerten vor. Zahlreiche Auftritte mit Mike Hentz, Malwina Kajetanczyk, leomagnet und anderen Argonauten. Derzeit lebt er in Odessa und kann das Land nicht verlassen, außer für Proben des Stücks “Tschernobyl-Dorf” in Wien, das seine Gruppe gerade in Rotterdam uraufgeführt hat.

Im Vorfeld des Festivals hat Odyssee-Moderator leomagnet ein Interview mit Eugen über die aktuelle Lage und Situation gedreht, über seine Erfahrungen mit der Militärbehörde, die ihn gleich wieder wegschicken wollte, das Mischen von Molotov-Cocktails, seine erste Erfahrung von Nation als allgemeine Solidarität aller mit allen, sein Erleben von dem, was Helden tatsächlich ausmacht, wie etwa seine Freunde im Asov-Regiment unter Mariopol und Charkiw, oder auch die Begleitung einer allzu mutigen französischen Reporterin in ihrem Drang zur Nulllinie am Frontverlauf.

Eine Live-Schaltung nach Odessa ist in Planung und soll die Festival- Gemeinschaft in Eugens ganz andere Realität als der in Kautzen entführen, für einige Augenblicke wenigstens.
https://bit.ly/3hbg9li
https://bit.ly/3bb1JOB

Lea Fabrikant (*1981 Lettland)

Interdisziplinäre Künstlerin & Malerin

Mit Sätzen wie: “erstellt, zerstört, patcht und kompiliert”
beschreibt Lea Fabrikant sich selber auf ihrer Homepage.

Die in Riga geboren und Jerusalem aufgewachsene charismatische Allrounderin performte schon 2016 mit Tarik Barri beim Sonar Festival in Barcelona oder vergangenen März mit ihrer A/V Live-Performance "Zo" beim Golf Festival in Haarlem.
Bei der Odyssee wird Lea mit dem Performer und Videokünstler Henrijs Lakis als Reporter- und Interview Team am Festivalgelände Jagd nach der “Lost People Republic” machen und damit den Redaktionen des Social Media Tempels frische und aufschlussreiche Reportagen und spannende `Call ins` liefern.
Mit Visuals auf der Agora-Bühne und einem DJ-Set in der Afterhour wird sie uns in ihre Welt des Licht & Klangs entführen.
http://leafabrikant.com

Natalia Myronenko (*1981 Ukraine)

Keramikerin, Intermediale Gestaltung
 
Durch ihre Keramik-Kunst im Rahmen städtebaulicher Konzepte beabsichtigt Natalia Myronenko die Verwandlung kalter, postsowjetischer Architektur zu urbanen Kunsträume und Komfortzonen. Als vielschichtige Künstlerin wirkt sie auch in Keramik-Media-Performance Kunstprojekten und gestaltet u.a. Gebrauchsgegenstände und Schmuck.
 
Nathalia wurde nach ihrer Flucht aus Kiew mit den beiden Kindern und den Eltern in der CoHousing Siedlung Lebensraum in Gänserndorf aufgenommen wodurch sich ein natürlicher Kontakt zur Odyssee und der Argonauten Crew ergab.
 
Bei den Prozessionen der Odyssee am Tree of Life Festival formt sie in einer offenen Workshop-Situation direkt unterm Heldenbaum die Namensschilder mit den teilnehmenden Gästen aus Ton. Wobei, die “Namensschilder” die Gestalt einer Flöte annehmen und mit von ihr entworfenen Fonts (Buchstaben-Formen) verziert werden, sodass unsere Helden im Wind zu singen beginnen…. Die Flöten werden dann im örtlichen Hafnerbetrieb direkt in Kautzen gebrannt und für die Ewigkeit haltbar gemacht.
http://bogachkova.com.ua

Maksym Nakonechnyi (*1990 Ukraine)

Filmemacher, Produzent

Als Mitgründer der unabhängige Produktionsfirma “Tabor” die heute Dokumentarfilme, Spielfilme, Theaterstücke, kommerzielle und soziale Videos sowie kulturelle Freiwilligenprojekte produziert, wurder der Filmemacher und Aktivist Maksym Nakonechnyi mit seinem neuesten Film “Butterfly Vision” nach Cannes eingeladen.
 
Leider wurde ihm nur ein 2 Wochen Visa gewährt und so kann er nach seiner Rückkehr aus Frankreich sein Land momentan nicht verlassen. So wie bei Evgen Bal werden wir auch zu ihm eine Live-Schaltung aktivieren und aus erster Hand die aktuelle Lage und die Widerstandsaktionen der Ukrainischen Filmemacher erfahren.
https://taborproduction.com/team/maksym-nakonechnyi.html
https://www.spiegel.de/kultur/filmemacher-aus-der-ukraine-gegen-russland-ein-kollektives-putin-a-b06d0563-5c2e-488f-9894-d14055c4d675

Henrijs Lakis (*1992 Lettland)

Performance, Fotografie & Video-Kunst

Durch seinen berühmten Vater und Filmemacher Roland Lakis kam Henrijs schon früh mit der Visuellen Kunst in Verbindung und ist sowohl vor der Kamera als Performer, Dj und Szenograf als auch dahinter als Kameramann und Fotograf ein schon sehr weitgereister Profi in all diesen sensorischen Disziplinen.
Mit seinen vielen Begabungen wirkt er vor,- nach,- und während des Festivals in allen Redaktionen des Tempels der Social Media als optisches und atmosphärisches Upgrade.
Bei den Prozessionen kommt sein gutes Gefühl für Gruppendynamik, schnelle Auffassungsgabe und Improvisation zu Geltung und wird den Odyssee-Umzügen einen lebhaften und speziellen Drive verleihen.
https://www.instagram.com/henrilakis

Andreas Leo Findeisen (*1967 Österreich)

Kurator, Medientheoretiker, Philosoph, Komponist

In Wien blieb der Philosophiestudent anfang der 90er Jahre hängen, um Komposition zu studieren, später arbeitete er als Assistent von Peter Sloterdijk an der Akademie der bildenden Künste und unterrichtete medientheoretische Fragen der Philosophie.
Im Jahr 2004 entwickelte er mit Alexander Nikolic von BOEM in Wien sowie anderen Studierenden der Akademie das Musik- und Kunstfestival Serious Pop, in dem noch lebende Bands von Ostblockdissidenten neben jüngeren Beispielen aus Serbien, Kroatien oder der Ukraine auftraten, darunter Eugen Hutz / Gogol Bordello, DJ DerBastler und die experimental rock Formation Foa Hoka. Die Liedtexten konnte man im Wiener WUK live auf einem Videobeam mitverfolgen, in eigener Sprache. Ebenfalls am Wiener  Schillerplatz entstand die Plattform Transforming Freedom.net, wo Autoren digitaler Kultur in Wort und Bild, aber auch in Transkripten aufscheinen, die Webseite erfreut sich auch 15 Jahre nach ihrer Erstlingsfahrt noch zahlreicher Zugriffe im Netz. Ab dem Jahr 2012 feierte leomagnet als Teil des Future Fluxus-Projektes mit dem Architekten Markus Zimmermann in ganz Österreich den 50ten Geburtstag der Fluxusbewegung. Diese Bewegung stellten sie dann Jahre später am Chaos Communication Congress in Hamburg (2015) im Kontext von Wikileaks und Edward Snowden neu vor, der Vortrag überstieg alle Erwartungen an Zugriffen. leomagnet war Mitglied in verschiedenen Jurys zwischen Kunst und digitaler Innovation, etwa der transmediale Berlin (Vilém Flusser Theory Award), dem Lead Award für die bundesdeutsche Presse- und Netzlandschaft sowie mehrere Jahre in der  Vor-Jury für den Digital Communities Award der Ars Electronica Linz.  

Als Interviewer zahlreicher Stars der internationalen Coder- und Aktivisten- szene fiel er durch seine geschickte wie einfühlsame Frageführung sowie dem richtigen Maß an Provokation auf. Damit scheint er auch wie geschaffen für die Rolle des Moderators im täglichen Gesprächskarussell des Odyssee-Salons.

Misha Ognianer (*1981 Russland)

Pianist, Komponist und Produzent

Schon als 5-jähriger hat Michael seine erste eigene Werke dem Moskauer Publikum präsentiert und galt schon damals als Wunderkind. Mit 7 gab er seine erste Klavierabende in renommierten Konzerthäuser Russlands, mit 11 war er auf Tourneen in West-Europa und in den USA unterwegs.

Heute ist er ein Grenzgänger zwischen verschiedenste Musikrichtungen und ein leidenschaftlicher Weltenbummler. Er fühlt sich sowohl auf der Bühne einer Philharmonie als auch am Flügel einer Jazz-Bar zuhause. Seine Werke präsentiert er gern in Berliner Clubs und in indische Yoga-Tempels, auf mediterrane Strände und auf den Bergen Sibiriens. Dabei lässt sich Michael von verschieden Kulturen und Orte direkt inspirieren und spiegelt es in seiner Musik - sei es ein klassischer Klavierabend, eine Elektro-Track, eine ambitionierte Orchester-Komposition oder eine spontan improvisierte Piano-Meditation.

Für die Hermes Radio- und TV Sendungen wird Michael Jingles und Signations produzieren die uns am ganzen Gelände während des gesamten Festivals begleiten werden.
Im Rahmen der Odyssee  lädt er nach den Sendungen rund um das hauseigenen Piano im Mühlenraum anwesende Gastmusiker, SängerInnen und DJ´s zum Jammen, Improvisieren und begleitet uns in die verbindende Welt des Klangs
https://youtu.be/vpsdbFUo94k
https://www.eventportal.de/kuenstler/misha-ognianer

Anastasia Smola (*1992 Lettland)

Djane & Model

Eliza Dombrovska (*1998 Lettland)
Theater Regisseurin und Schauspielerin

Eliza lebt zur Zeit in Wien und ihre große Leidenschaft ist das zeitgenössische Theater. Sie arbeitet bei der Odyssee das erste mal mit Mike Hentz und wurde durch den Performer Hernjis Laki an Bord gefischt.
https://bit.ly/3yYULJ7

the co.wing files - Agnes Blaha (*1981 Österreich)

Codemaker, Datenbank Wizard

the co.wing-files ist eine mögliche Bezeichnung für den offiziellen Output von jemandem, der offiziell nicht näher genannt werden muss oder will. Die ersten Male berührten die Fingerspitzen eine Computertastatur im Alter von 6 Jahren. Diese Begebenheit fand im dritten Wiener Gemeindebezirk statt, zu einer Zeit, als der Computer zuhause niemals online war, weil weder das Konzept von ‘online’ noch dessen Realisierung Sinn machten. Einige Entwicklungsschritte später schaut the co.wing files auf zahlreiche Projekte zurück, deren Datenflüsse von den Fingerspitzen neu gelenkt und schneller gemacht wurden, sei es in der Auswertung der Frage, ob die Gesundheit von Bauarbeitern tatsächlich von neuen Sicherheitsbestimmungen profitieren konnte, sei es für eine Politikampagne auf Europaniveau, sei es für die höhere Effizienz von Klima- und Nachhaltigkeitsforschung, für das Stromsparen von Kryptominern oder der effizienteren Verschränkung von Konsumgütern mit deren Transportlogistik. Langjähriges Mitglied im Vorstand des Wiener Vereins  Rahmenwerk. the co.wing files leitet nicht gerne an, muss sich jedoch immer wieder damit abfinden.  

Sławomir Kicka (*1992 Polen)

Kameramann und Programmierer
 
Sławomir lebt zur Zeit in Berlin und konzentriert sich bei seiner Arbeit auf die Schnittstelle digitaler Räume und performativer Improvisation. 2019 war er als Video Artist beim Hotel Meduza Projekt beteiligt und freut sich auf eine erneute Zusammenarbeit mit Mike, Ira und den anderen Argonauten.
 
Sein Schwerpunkt liegt beim Team des Tempel der Social Media im gesamten optischen Prozess und der digitalen Aufbereitung und Dokumentation für die Postproduktion.
https://bit.ly/3MOOYcY

Sula Herzl (*1968 Österreich)

Sprecherin, Erzählerin, Sängerin, Tänzerin und Dekorateurin

“Aus ethischen Gründen habe ich mich nach 15 Jahre als gut gebuchte Werbesprecherin dazu entschlossen, meine Stimme nur mehr all dem zu verleihen, hinter dem ich auch stehe. Dinge zu bewerben, die ich persönlich seit vielen Jahren boykottiere, war für mich nicht mehr tragbar.
Mit der Sprache zu spielen bleibt genauso meine Leidenschaft, wie das "Märchenerzählen" in meinen Collagen, in denen ich die Bilder die mich verzaubern, bewegen oder erheitern zu Geschichten verarbeite.”
Im Hermes Radio-Studio wird Sula mit ihrer außergewöhnlichen Stimme durch die Sendungen und das tägliche Programm führen. Ihre Künste bei Dekorationen und Bühnenbild wird den Odyssee-Salon zu einem stilvollen und einladenden Raum für intimste und ehrliche Gesprächsrunden wandeln - selbst die kleinen Spinnen und Insekten der Mühle werden sich darin wohl fühlen.
www.ursulaherzl.com

Evgen Bal (*1977 Ukraine)

Performer, Schauspieler, Songwriter, Szenograf

Nach einem Studium von Ingenieurwesen und Architektur zog es den russisch aufgewachsenen Eugen in die Welt von Kunst und Theater, derzeit die Gruppe P.L.O.T. Mittlerweile ist er Autor oder Teil von über 20 Performances gewesen, spielte 40 Rollen auf Bühnen oder im Film, trug seine Lieder in mehr als 100 Konzerten vor. Zahlreiche Auftritte mit Mike Hentz, Malwina Kajetanczyk, leomagnet und anderen Argonauten. Derzeit lebt er in Odessa und kann das Land nicht verlassen, außer für Proben des Stücks “Tschernobyl-Dorf” in Wien, das seine Gruppe gerade in Rotterdam uraufgeführt hat.

Im Vorfeld des Festivals hat Odyssee-Moderator leomagnet ein Interview mit Eugen über die aktuelle Lage und Situation gedreht, über seine Erfahrungen mit der Militärbehörde, die ihn gleich wieder wegschicken wollte, das Mischen von Molotov-Cocktails, seine erste Erfahrung von Nation als allgemeine Solidarität aller mit allen, sein Erleben von dem, was Helden tatsächlich ausmacht, wie etwa seine Freunde im Asov-Regiment unter Mariopol und Charkiw, oder auch die Begleitung einer allzu mutigen französischen Reporterin in ihrem Drang zur Nulllinie am Frontverlauf.

Eine Live-Schaltung nach Odessa ist in Planung und soll die Festival-Gemeinschaft in Eugens ganz andere Realität als der in Kautzen entführen, für einige Augenblicke wenigstens.
https://bit.ly/3hbg9li
https://bit.ly/3bb1JOB

Stefan Doepner (*1966 Deutschland)

Maler, Video- und Robotik-Künstler

Stefan Doepner wurde 1966 in Bremen geboren und lebt heute in Lubljana (Slowenien). Er studierte in Bremen Malerei und Experimentalfilm und ist seit Mitte der 80er Jahre im Bereich intermediale Kunst tätig. Er war einer der Gründer des Instituts f18 in Hamburg. http://www.f18institut.org/f18-institut/f18-robotics.html

Doepner arbeitete 1992 mit am Documenta-Projekt Van Gogh TV und konzentrierte sich seit Mitte der 90er Jahre auf den Bereich Robotik und Kunst. In seiner Arbeit versucht Doepner, die Glorifizierung der Technologie zu relativieren bzw. zu profanisieren und die Beziehung zwischen Gesellschaft, Technologie, Sound, Wissenschaft und Alltagsleben erfassbar zu machen, indem künstlerisch-technologische Visionen in neuen Perspektiven und Facetten beleuchtet werden. Er ist seit den frühen 90er-Jahren Mitbegründer verschiedener Künstlergruppen und Initiativen.

Mit dem über die Jahre gewachsenen Schatz an Erfahrungen die unmittelbare Umgebung durch technische Aufbereitung im Feld der Robotnik-Kunst zu verändern wird Stefan den Tempel der Social Media in einen in sich morphenden Organismus verwandeln. Dabei wird bei jeder mechanischen Bewegung auf die Reaktion der teilnehmenden Reisenden eingegangen und in echtzeit auf Wahrheit übersetzt.
https://esc.mur.at/de/bio/stefan-doepner